Verlag am Birnbach – Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

 

Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5)

Ehrlich gesagt, verfolgt man die Nachrichten, klingt dieser Satz fast zu schön, um wahr zu sein. Klima, globale Krisen und die ständige Unruhe hinterlassen Spuren. Oft fühlen wir uns eher erschöpft als bereit für einen Neuanfang. Man hat das Gefühl, wir treten auf der Stelle, während sich die Welt immer schneller dreht.

Doch genau diesem Gefühl der Ohnmacht begegnet die Jahreslosung 2026. Sie verspricht keine billige Reparatur. Gott sagt nicht: „Ich schustere das Alte ein bisschen zusammen.“ Es geht um etwas Tieferes – eine Einladung, den Blickwinkel zu ändern. Weg von dem, was fehlt, hin zu einer echten Erwartung.

Das entscheidende Wort ist: „Siehe“. Es ist ein Weckruf. Kein bloßes „Schau mal“, sondern eine klare Aufforderung zur Aufmerksamkeit. Im lauten Krisen-Alltag übersehen wir oft das Wesentliche. Wo passiert hier bei uns in Zörbig und den umliegenden Gemeinden eigentlich schon Gutes? Wo helfen Nachbarn, wo entstehen in unseren Familien oder der Gemeinde neue Ideen – ganz leise und ohne Schlagzeilen?

Das Versprechen, alles neu zu machen, soll uns aber auch den Druck nehmen, perfekt sein zu müssen. Es gibt uns die Freiheit

in unseren Gemeinden mutiger zu werden – auch wenn ein Experiment misslingt,

die Zukunft nicht allein aus eigener Kraft „retten“ zu müssen,

darauf zu vertrauen, dass wir im Wandel nicht allein gelassen werden.

Ich lade Sie ein, gemeinsam in 2026 genau hinschauen. Wo darf Altes friedlich gehen, damit Platz für Neues entsteht? Gott garantiert uns nicht, dass alles beim Alten bleibt. Aber er verspricht, dass er mittendrin ist, wenn wir uns auf den Weg machen.

Nehmen wir diesen Neuanfang als Chance – nicht als Punkt am Ende, sondern als Tür, die gerade erst aufgeht.

Euer Michael Porysiak